Arbeitnehmer Aktuell

Elektronische Lohnsteuerkarte.

Lohnsteuer-Richtlinien 2011 - Zum 1.1.2011 werden neue Lohnsteuer- Richtlinien in Kraft treten. Die vom BMF jetzt veröffentlichte Entwurfsfassung enthält z. B. wichtige Änderungen für die Firmenwagenbesteuerung, den steuerfreien Arbeitgeberersatz von Fortbildungskosten sowie die Behandlung von Mahlzeiten, die der Arbeitnehmer bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten erhält.

Der für alle Arbeitgeber gesetzlich vorge- gebene Übergang auf die elektronische Lohnsteuerkarte (ElsterLohn II) wird erst für Lohnzahlungszeiträume ab 1.1.2012 möglich sein. Die gesetzliche Absicherung der Folgewir- kungen aus der Terminverschiebung für das Lohnsteuerverfahren 2011, etwa die Weitergeltung der Lohnsteuerkarte 2010 sowie der eingetragenen Lohnsteuerfreibeträge sind dem Jahressteuergesetz 2010 vorbehalten, die ergänzenden Verwaltungsanweisungen hierzu den Lohnsteuer-Richtlinien 2011.

Die Ausstellung einer Lohnsteuerkarte erfolgt nach geltender Gesetzeslage letztmalig für das Jahr 2010. Für das Übergangsjahr 2011 muss deshalb der Lohnsteuerabzug bis zur Realisie- rung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ohne neue Lohnsteuerkarte erfolgen. Eine entsprechende gesetzliche Regelung ist vom Gesetzgeber in 52b EStG i. d. Entwurfsfassung des JStG 2010 beabsichtigt. Danach hat die Steuerkarte 2010 mit den eingetragenen Besteuerungsmerkmalen und Freibeträgen auch für den Steuerabzug vom Arbeitslohn ab 1.1.2011 bis zur Einführung von ElsterLohn II weiter Gültigkeit.

Die neuen Lohnsteuer-Richtlinien enthalten hierzu den ergänzenden Hinweis, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte 2010 nach Ablauf des Jahres nicht vernichten darf. Er muss sie während des fortbestehenden Dienstverhältnisses beim Lohnkonto aufbewahren bzw. bei Beendigung der Beschäftigung an den Arbeitnehmer herausgeben.

Für sämtliche Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 2010 für Zeiträume ab 1.1.2011 ist ausschließlich das Finanzamt zuständig.
Dasselbe gilt für Arbeitnehmer, die die Ausstellung einer Ersatzbescheinigung für den Lohnsteuerabzug 2011 beantragen, wenn keine Papierlohnsteuerkarte 2010 mehr vorhanden ist, z. B. bei Verlust der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. bei beruflichen Wiedereinsteigern.

Hinweis: Sonderregelung bei Beginn der Ausbildung

Eine Sonderregelung ist für ledige Arbeitnehmer vorgesehen, die 2011 ein Ausbildungsdienstverhältnis beginnen. Für diese Personengruppe darf ohne Vorlage einer Lohnsteuer- bescheinigung der Steuerabzug nach der Steuerklasse I vorgenommen werden. Der Arbeitnehmer hat dem Lohnbüro durch eine Eigenerklärung zu bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt.

Quelle: prosoft newsletter

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Kein Recht auf Abkühlung im Büro.

Auch wenn es im Büro über 30 Grad warm ist: Nur Schwangere und stillende Mütter haben ein Recht auf einen kühleren Arbeitsplatz, erklärt die Arbeitsrechtskolumne.

Ich arbeite im Büro einer Druckerei. Unser Büro liegt in einem stickigen Altbau und im Sommer wird es hier so warm, dass wir vor Hitze kaum denken können. Über 30 Grad haben wir an besonders heißen Tagen ge- messen! Unser Büro ist auch noch so gelegen, dass selbst die geöffneten Türen und Fenster nicht viel bringen, weil durch sie nur die Hitze der Maschinen herein kommt. Nun fragen meine Kolleginnen und ich uns, ob es ab einer gewissen Temperatur hitzefrei gibt oder ob unser Chef wenigstens verpflichtet ist, für eine gewisse Kühlung im Büro zu sorgen, beispielsweise durch Ventilatoren? Und können wir ab 30 Grad im Büro die Kleiderordnung lockern und barfuß im Büro laufen?, fragt Sabine Schulze.

Sehr geehrte Frau Schulze,
hitzefrei können Sie von Ihrem Arbeitgeber leider nicht erwarten. Zwar besteht die arbeitgeberseitige Pflicht, die Arbeitsräume so einzurichten, dass Arbeitnehmer "gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschützt sind, als es die Natur der Dienstleistung gestattet". Auch verlangt die sogenannte Arbeitsstättenverordnung am Arbeitsplatz eine "gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur".

Konkrete Angaben werden in den Gesetzen jedoch nicht gemacht.

Jeden Mittwoch beantwortet der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt Fragen zum Arbeitsrecht auf ZEIT ONLINE. Lediglich die ausführende Arbeitsstätten-Richtline nennt eine schwammige Obergrenze:
"Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll plus 26 Grad Celsius nicht überschreiten. Bei darüber liegender Außentemperatur darf in Ausnahmefällen die Lufttemperatur höher sein."

Arbeitsrechtlich, wie ich meine, können Sie diese Raumtemperatur also kaum durchsetzen. Sie ist "nur" ein Sollwert. Und auf keinen Fall können Sie daraus ein Recht zur Verweigerung der Arbeitsleistungen ableiten und sich etwa selbst beurlauben. Weisen Sie Ihren Arbeitgeber auf die Problematik hin und versuchen Sie, mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden. Viele Unternehmen reagieren auf die enorme Hitze und verteilen kostenlose Getränke sowie Ventilatoren oder Raumluftbefeuchter. Bestimmte Personengruppen wie Schwangere und stillende Mütter können in der Praxis auf strengere Regeln zurückgreifen. Voraussetzung: Sie weisen ein ärztliches Attest vor, das die Einhaltung bestimmter Raumtemperaturen fordert. Kann der Arbeitgeber das nicht ermöglichen, so haben Schwangere und stillende Mütter Anspruch auf Beschäftigung an einem anderen (kühleren) Ort oder sogar auf Freistellung.

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Vorsicht beim Tanken auf dem Arbeitsweg.

Ein kleiner Umweg auf dem Weg nach Hause kann richtig teuer werden. Nämlich dann, wenn auf der Strecke ein Unfall passiert. Verlässt ein Arbeitnehmer zum Tanken mit dem Auto den direkten Weg zur Arbeit, so ist er nicht unfallversichert.

Das ergibt sich aus einem Urteil des Sozialgerichts Detmold vom 16.11.2009 (Az.: S 14 U 3/09), auf das die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin hinweist. Die gesetzliche Unfallversicherung muss also nicht zahlen, wenn Beschäftigte in einem solchen Fall einen Unfall haben.

Tank leer - Route zum Tanken geändert: Kein Schutz der GUV
In dem Fall ging es um einen Elektroniker, der nach der Arbeit mit seinem Motorrad nach Hause fahren wollte. Kurz nachdem er losgefahren war, bemerkte er aber, dass die Tankanzeige aufleuchtete. Um zu tanken, fuhr er statt der direkten Strecke nach Hause eine andere Route. Auf diesem Umweg hatte er einen Unfall, durch den er drei Monate lang arbeitsunfähig war. Die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wollte ihm nichts zahlen, weil es sich nicht um einen Arbeitsunfall gehandelt habe. Das Betanken eines Fahrzeugs sei Privatsache - auch wenn der Arbeitnehmer damit zur Arbeit fahre.

Richter: "Tanken gehört zur Vorbereitung der Fahrt zur Arbeit"
Das war zulässig, urteilten die Richter. Der gesetzliche Versicherungsschutz für Beschäftigte decke zwar auch Unfälle auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Heimweg ab. Ein Umweg zur Tankstelle sei aber nicht abgesichert. Denn das Tanken gehöre nur zur Vorbereitung der Fahrt zur Arbeit.

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Arbeitszeit – Wann darf der Chef was?

Seit zwei Wochen mache ich regelmäßig Überstunden. Darf der Chef meinen Feierabend einfach canceln?
Er darf, wenn er gute Gründe dafür hat. Der Vorgesetzte kann Überstunden anordnen, wenn sie aus betrieblicher Sicht notwendig sind. Beispiele: Ein wichtiger Auftrag muss fertig werden oder ein Kollege ist krank. Nachtschichten dürfen aber nicht zum Dauerzustand werden. Ordnet der Chef die Mehrarbeit willkürlich und ohne Grund an, darf sich der Mitarbeiter weigern.

Bekomme ich die Überstunden bezahlt?
Wenn weder Tarif- noch Arbeitsvertrag die Kompensation von Mehrarbeit regeln, muss sich der Angestellte selbst um den Ausgleich kümmern. "Am geschicktesten ist, die Überstunden bis zum Ende des Sonderprojekts oder der Urlaubsvertretung aufzuschreiben und dann mit dem Chef über Freizeitausgleich oder Bezahlung zu verhandeln", empfiehlt Pia Alexa Becker, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Wichtig: Einen Ausgleich kann es nur geben, wenn der Chef die Überstunden wirklich angeordnet hat. Nichts gibt's, wenn der Mitarbeiter tagsüber gebummelt hat und lieber abends arbeitet.

In meinem Vertrag steht, dass die Mehrarbeit mit dem Monatsgehalt abgegolten ist. Damit ist der Chef fein raus, oder?
Diese Klausel taucht vor allem in Verträgen von Fach- oder Führungskräften auf. Da diese in der Regel außertariflich bezahlt werden, müssen sie beim Thema Überstunden tatsächlich etwas toleranter sein. Anwältin Becker: "Eine Führungskraft mit gutem Verdienst kann bei vier bis fünf Stunden pro Woche keine Extravergütung erwarten." Eine pauschale Abgeltungsklausel ist laut Bundesarbeitsgericht allerdings unwirksam. Im Vertrag müsse eine Höchstzahl der Überstunden und der Zeitraum genau angegeben sein.

Kann der Chef Wochenendarbeit anordnen?
Wenn im Vertrag eine Fünf-Tage-Woche vorgesehen ist und auch der Tarifvertrag keine Wochenendarbeit erlauben, müssen die Samstage und Sonntage bürofreie Zone bleiben. "Nur in echten Notfällen kann der Arbeitnehmer verpflichtet sein, auch am Wochenende einzuspringen", sagt Anwältin Becker. In dem Fall sollte der Mitarbeiter aber einen Ausgleich - Geld oder Freizeit - verlangen.

Laut Arbeitsvertrag habe ich eine Stunde Mittagspause. Ich arbeite die aber lieber durch und gehe früher. Kann ich das einfach machen?
Offiziell nicht. Laut Gesetz ist man sogar verpflichtet, nach spätestens sechs Stunden eine halbstündige Pause zu machen. Bei Nichteinhaltung kann der Chef zu einem Bußgeld verdonnert werden. Pausen gehören im Übrigen zur bezahlten Arbeitszeit. "Ich habe daher schon erlebt, dass ein Chef dem Mitarbeiter kurzerhand Arbeitszeit und Gehalt gekürzt hat, weil er ständig durchgearbeitet hat", warnt Anwalt Michael Felser aus Brühl.

Ich fahre mit der Bahn zur Arbeit. Durch Verspätungen komme ich häufig unpünktlich ins Büro, circa zehn bis 30 Minuten. Kann ich die Zeit einfach hinten dranhängen?
Die Lage der Arbeitszeit bestimmt der Chef. Und der Mitarbeiter ist dafür verantwortlich, pünktlich zu erscheinen. Das gilt übrigens auch, wenn die Bahn mal wieder streikt. Nur bei Gleit- oder Kernarbeitszeiten haben die Mitarbeiter entsprechende Flexibilität bei Arbeitsbeginn und -ende. Andernfalls können häufige Verspätungen sogar zur Kündigung führen.

Ich muss während der Arbeitszeit zum Arzt. Kann der Chef das verbieten?
Wer akut krank wird, kann beziehungsweise muss direkt zum Arzt. Bei Vorsorgeuntersuchungen sollte sich der Mitarbeiter dagegen bemühen, die Termine in seine Freizeit zu legen. Nur wenn das absolut nicht gelingt, muss der Chef den Angestellten auch in der Arbeitszeit gehen lassen. Wichtig: Bescheinigungen für solche Fälle gibt es beim Arzt.

Nachdem ich mich krankgemeldet hatte, wollte mein Chef direkt ein Attest sehen.
Den "gelben Schein" müssen Arbeitnehmer erst am dritten Krankheitstag vorlegen. Aber Vorsicht: Gemeint ist der dritte Kalendertag, nicht der dritte Werktag. Wer also freitags krank wird, muss direkt am Montag ein Attest schicken.

Urteil: Mehrarbeit notieren
Ein Arbeitnehmer kann die Bezahlung von Überstunden nur dann erfolgreich einklagen, wenn er die Extra-Stunden nachvollziebar aufgelistet hat.
LAG Rheinland-Pfalz, Az. 6 Sa 799/04.

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Wie weit geht das Weisungsrecht des Arbeitgebers?

Das Weisungsrecht des Arbeitgebers beinhaltet nicht die Befugnis, den Arbeitnehmer zur Teilnahme an einem Personalgespräch zu verpflichten, in dem es ausschließlich um eine bereits abgelehnte Vertragsänderung (hier: Absenkung der Arbeitsvergütung) gehen soll.

Darauf verweist der Kölner Fachanwalt für Arbeitsrecht Frhr. Fenimore von Bredow, Leiter des Fachausschusses "Besondere Arten von Arbeitsverhältnissen" des VdAA Verband deutscher ArbeitsrechtsAnwälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, unter Hinweis auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 23.06.2009, Az.: 2 AZR 606/08).

Nach § 106 der Gewerbeordnung (GewO) kann der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag oder Gesetz bereits festgelegt sind; außerdem können Weisungen zur Ordnung und dem Verhalten der Arbeitnehmer im Betrieb erfolgen. Das Weisungsrecht beinhaltet dagegen nach dem Urteil des BAG nicht die Befugnis, den Arbeitnehmer zur Teilnahme an einem Personalgespräch zu verpflichten, in dem es ausschließlich um eine bereits abgelehnte Vertragsänderung (hier: Absenkung der Arbeitsvergütung) gehen soll.

In dem entschiedenen Fall strebte die Beklagte (eine Einrichtung der Altenpflege) wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten eine Verminderung des 13. Gehalts ihrer Mitarbeiter an. Zu diesem Zweck fand am 1. November 2006 ein Gespräch mit einer Gruppe von Arbeitnehmerinnen statt, zu der auch die Klägerin (Altenpflegerin) gehörte. Die Arbeitnehmerinnen waren mit der Vertragsänderung nicht einverstanden. Daraufhin lud die Beklagte die Klägerin - ebenso wie andere Mitarbeiterinnen - zu einem Einzelgespräch für den 13. November 2006.

Ziel des Gesprächs war es wiederum, die Klägerin zum Einverständnis mit der Verminderung des 13. Gehalts zu bewegen. Die Klägerin erschien, wie erbeten, im Büro des Personalleiters, erklärte jedoch, nur zu einem gemeinsamen Gespräch unter Einbeziehung der übrigen Mitarbeiterinnen bereit zu sein. Ein solches gemeinsames Gespräch lehnte die Beklagte ihrerseits ab und erteilte der Klägerin eine Abmahnung. Die Klägerin habe ihre Arbeitsleistung (in Form eines Personalgesprächs) verweigert.

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Nachts nehmen Müdigkeit und Unterforderungen zu.

Nachtarbeiter wissen, dass man die Nacht nicht wirklich zum Tag machen kann. Nachts ist es einfach ein bisschen anders. Doch was ist anders? Unser Empfinden für Monotonie und unser Schlafbedürfnis. Deshalb kann Nachtarbeit psychisch mehr belasten, als gut tut. Schuld daran kann das Gefühl der Unterforderung sein. Hält dieses Empfinden auf Dauer an, kann dies zu psychosomatischen Beschwerden führen.

Charlie Chaplin wusste es schon in den dreißiger Jahren: Fließbandarbeit ist Schwerstarbeit. Und das schwerste daran ist die Eintönigkeit der Arbeit. Was er in dem Film „Moderne Zeiten“ aufgreift, ist heute genauso aktuell.

In dem Seminar „Belastungs-, Beanspruchungs-, und Gefährdungsanalyse“ im Sommersemester 2008 an der Technischen Universität Darmstadt wurde das Thema wissenschaftlich betrachtet. Wichtig für den Arbeitsschutz: Zwischen zwei und drei Uhr morgens sind wir besonders anfällig und lassen uns von der Monotonie erfassen. Gefährlich kann das für Nachtfahrer sein oder in Dienstleistungsberufen, die um diese Zeit weniger gefordert werden. Sie fühlen sich dann unterfordert. Doch vor allem Nachtarbeiter, die an Maschinen tätig sind, die laute und eintönige Geräusche machen, werden um diese Zeit schnell müde. Das Sicherheitsrisiko steigt.

Monotonie oder psychische Unterforderung, also Aufgaben, die unter den eigenen Fähigkeiten liegen, können zur Fehlbelastung werden. Wer bei der Arbeit chronisch unterfordert ist, wirkt oft gereizt, verärgert und unzufrieden. Die Müdigkeit verschwindet auch nach einer Erholungsphase nicht. Oft fallen die Betroffenen durch zunehmende Fehlzeiten auf. Allerdings können alle Merkmale auch bei einer Überforderung zutreffen.

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Übermäßig häufige Kurzerkrankungen: Kündigung möglich.

Einem älteren Arbeitnehmer darf wegen häufiger Kurzerkrankungen gekündigt werden. Auf dieses Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg (Az.: 4 Sa 14/07) macht die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins in Berlin aufmerksam.

Das gilt allerdings nur, wenn die Zahl der Krankheitstage deutlich über dem statistischen Durchschnitt der betreffenden Altersgruppe von Arbeitnehmern liegt, die in derselben oder einer vergleichbaren Branche arbeiten.

In dem Fall hatte ein Unternehmen einem 54-jährigen Gipser wegen dessen häufiger krankheitsbedingter Abwesenheit gekündigt. Dagegen klagte der Mann. Er wies darauf hin, dass aufgrund der gesundheitlich belastenden Arbeitsbedingungen in der Baubranche die Fehlzeiten mit zunehmendem Alter steigen würden. Vor diesem Hintergrund sah er eine unzulässige Altersdiskriminierung und berief sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dem stimmten die Richter nicht zu.

Sie wiesen auf Krankenstands-Statistiken der Krankenkassen hin. Darin wird - aufgeschlüsselt nach Branchen und Altersgruppen - dokumentiert, wie hoch die Krankenstände jeweils sind. Für die Gruppe der 55- bis 65-jährigen Maurer ergibt sich aus dem Zahlenmaterial eine durchschnittliche krankheitsbedingte Fehlzeit von 32 Arbeitstagen. Der 54-jährige Kläger überschritt diese Zahl deutlich mit zunächst knapp 41 Tagen, später rund 50 Tagen. Der Arbeitgeber habe ihn daher nicht wegen seines Alters diskriminiert.

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Bundesrat: Längerer ALG-I-Bezug und höherer Hinzuverdienst für Rentner.

Das ALG I für über 50-Jährige wird wieder länger gezahlt. Zudem dürfen Rentner statt 350 EUR nun 400 EUR hinzuverdienen. Der Bundesrat stimmte den Plänen zu.

Das Arbeitslosengeld I für über 50-Jährige wird wieder länger gezahlt. Der für Ältere auf bis zu 24 Monate verlängerte Bezug des Arbeitslosengeldes I tritt rückwirkend zum 1 . Januar 2008 in Kraft. Die Rückwirkung beschert den Arbeitsagenturen enormen Verwaltungsaufwand sowie viel Verärgerung bei den Betroffenen. Tausende von Fällen müssen nun erneut aufgegriffen und korrigiert werden. Die Rückwirkung der Regelung war allerdings unumgänglich. Denn ein Streit in der Koalition hatte - wie an dieser Stelle mehrfach ausführlich berichtet - verhindert, dass die Neuregelung pünktlich zum Jahresbeginn 2008 in Kraft treten konnte. Mit der Novellierung wurde eine der umstrittensten Reformen der rot-grünen «Agenda 2010» korrigiert. Erst vor zwei Jahren war die Bezugsdauer von damals maximal 32 auf 18 Monate gekürzt worden.

Arbeitslosengeld I (ALG I): Wer bekommt es wie lang?

Grundsätzlich wird ALG I für 12 Monate bezahlt. Nun bekommen alle Arbeitslosen ab 50 bis zu 15 Monate lang Arbeitslosengeld. Ab 55 Jahren erhalten Arbeitslose bis zu 18 Monate ALG I, ab 58 Jahren bis zu 24 Monate. Voraussetzung sind - abhängig vom Alter - nachgewiesene Versicherungszeiten zwischen 30 und 48 Monaten. Die verlängerte Zahldauer gilt rückwirkend zum 1. Januar 2008.

Eingliederungsgutschein: Lohnzuschüsse für Arbeitgeber

Bei der Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt soll ein neuer Eingliederungsgutschein helfen. Stellt ein Arbeitgeber einen über 50-jährigen Arbeitslosen ein, erhält das Unternehmen für ein Jahr Lohnzuschüsse bis zu 50 Prozent.

Hinzuverdienstgrenze bei Rentnern: Anhebung auf 400 EUR

Mit dem Gesamtpaket endgültig beschlossen wurde vom Bundesrat auch die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze für Frührentner von 350 auf 400 Euro. Ende vergangenen Jahres kam es wegen dieser Anhebung zu einiger Irritation, nachdem die ursprünglichen Pläne zunächst verworfen und dann doch wieder forciert wurden. Letztlich wurde dann aber die Zeit für einen rechtzeitigen Start am 1. Januar 2008 zu knapp. Der erfolgte Beschluss, dass die Änderung nun rückwirkend zum 1. Januar 2008 in Kraft tritt, soll dies ausgleichen.

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Neue Maler-Mindestlöhne ab 2008.

Der Hauptverband Farbe hat mit dem Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Lohnerhöhungen vereinbart. Mit Wirkung vom 01. April 2008 sollen sich die Mindestlöhne wie folgt erhöhen:

Für gelernte Arbeitnehmer (Gesellen): in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 9,65 €/Std. (bis 31.03.2008 9,37 €/Std.) In den übrigen Bundesländern: 11,05 €/Std. (bis 31.03.2008 10,73 €/Std.)

Für ungelernte Arbeitnehmer: in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 7,50 €/Std. (bis 31.03.2008 7,15 €/Std.) In den übrigen Bundesländern: 8,05 €/Std. (bis 31.03.2008 7,85 €/Std.).

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Tipp: Bei berufsbedingten Wohnungswechsel Umzugskosten von den Steuern absetzen!

Wenn Arbeitnehmer einen berufsbedingten Umzug vornehmen müssen, sind die damit verbundenen Kosten nicht der privaten Lebensführung zuzuordnen. Sie können vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden, wenn zur Berufsausübung der Lebensmittelpunkt in eine andere Stadt verlegt werden muss. Zu einem beruflichem Umzug zählen: Wechsel des Arbeitgebers, eine Versetzung innerhalb einer Firma oder auch ein Umzug zu einem ersten Arbeitsverhältnis nach der Berufsausbildung. Auch ohne Arbeitsplatzwechsel kann ein Arbeitsplatzwechsel beruflich veranlasst sein, wenn beispielhaft der Weg zur Arbeit erheblich verkürzt werden kann (Regel: 1 Stunde Zeitersparnis pro Arbeitstag). Nachstehend ein Auszug von Umzugskosten, die berücksichtigt werden können:

  • Wohnungsanzeigen
  • Fahrtkosten für die Wohnungssuche
  • Dafür notwendiges Tage- und Übernachtungsgeld
  • Möbelspediteur, Miet-LKW, Reisekosten zum neuen Wohnort etc.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Arbeitnehmer bei Ihrem Steuerberater.

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Entlassung bei Verweigerung von Streikbrechereinsätzen?

In Kassel wurden mehrere Beschäftigte der Zeitarbeitfirme Manpower und Persona entlassen, weil sie sich weigerten, in bestreikten Betrieben der Deutschen Telekom zu abeiten. Nach Angaben des Verdi-Landespressesprechers, Hermann Schaus, sind diese Kündigungen gesetzeswidrig, "denn nach Paragraph 11 Abs. 5 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes können Leiharbeitnehmer nicht verpflichtet werden, in einem Streikbetrieb zu arbeiten."

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Gesetzt! Gute und faire Arbeitsbedingungen.

Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen. Unter dem Begriff „Flexicurity“ entwickeln Deutschland und die EU-Partner derzeit gemeinsame Grundsätze.

Um dem Thema mehr Transparenz und Greifbarkeit zuzuführen, werden derzeit die Kerninhalte aufbereitet. Die Priorität liegt dabei eindeutig auf der Sicherheit der Arbeitsplätze, die eine Voraussetzung für den Schutz vor Arbeitslosigkeit bildet. Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren gleichermaßen davon. Letzterer schafft über die Balance von Flexibilität und Sicherheit die Basis für Arbeitsplatzqualität, Arbeitsplatzzufriedenheit und Arbeitsplatzproduktivität. Alles zusammen steht in einem engen Zusammenhang mit dem Ziel der Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs der Unternehmen.

Der Begriff „Flexicurity“ fasst auch faire und angemessene Löhne sowie Teilhaberrechte mit ein. Der Gesundheitsschutz bei der Arbeit und die Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit durch lebenslanges Lernen rundet das Inhaltspaket ab. Insbesondere zählen die berufliche Weiterbildung und die familienfreundliche Gestaltung der Arbeit dazu.

Das Ziel: Chancengleichheit und Bewältigung der demografischen Bedingungen sowie Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Gute Arbeit - eben eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg, aber auch eine Voraussetzung für die Lebens- und Familienplanung von Arbeitnehmern.

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Flexibel arbeiten, Erfahrungen nutzen, langfristig lernen - Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit.

Die Zeitarbeit in Deutschland boomt, sie verzeichnet enorme Zuwachsraten - Betriebe benötigen nicht zuletzt wegen des gestiegenen Wettbewerbsdrucks auch immer mehr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die kurzfristig einsetzbar sind. So hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer/-innen seit 1993 von rund 121.000 auf etwa 500.000 im Jahr 2006 mehr als vervierfacht. Bereits 35 bis 40 Prozent aller Erwerbstätigen stehen in einem "nicht-regulären" Beschäftigungsverhältnis, zu denen neben der Zeitarbeit auch Telearbeit, Teilzeitarbeit, befristete und geringfügige Beschäftigung sowie neue Formen der Selbstständigkeit gehören. Wie aber sieht es mit den Weiterbildungsmöglichkeiten von Zeitarbeitnehmern/-innen aus? Gerade für sie spielt in einer sich permanent wandelnden Arbeitswelt die Kompetenzentwicklung für den Erhalt der individuellen Beschäftigungsfähigkeit eine besondere Rolle, denn sie verpflichten sich in der Regel zu einem häufigen Wechsel des Arbeitsplatzes, des Arbeitsumfeldes und der beruflichen Tätigkeit - und stehen somit bei wachsendem Zeitdruck vor immer neuen Herausforderungen.

Die vorliegende Publikation des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Thema "Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit - Potenziale und Grenzen" nimmt sich dieses bislang in Wissenschaft und Praxis vernachlässigten Forschungsfeldes an. Der Sammelband fasst die Ergebnisse eines BIBB-Forschungsprojektes zusammen, liefert Denkanstöße und mögliche Lösungsansätze. Er verdeutlicht, dass in der Förderung der Kompetenzentwicklung in der Zeitarbeit noch riesiges Potenzial steckt. Auch für den Arbeits- und Bildungsmarkt ist es wichtig, wenn diese im "Prozess der Arbeit" quasi "en passant" erlernten und erworbenen Kompetenzen generell besser genutzt werden.

Zeitarbeitnehmer/-innen haben derzeit kaum Zugang zu formalen Weiterbildungsmöglichkeiten. Laut einer repräsentativen Befragung der Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland ist ihr Engagement im Hinblick auf unterstützende Maßnahmen zur betrieblichen Kompetenzentwicklung eher gering ausgeprägt. Mögliche Gründe sind kurzfristig ausgerichtete "Verwertungsinteressen" von Zeitarbeitsunternehmen bzw. Einsatzbetrieben sowie die Frage, ob sich Investitionen in die Weiterbildung dieser Personengruppe lohnen.

Die ebenfalls befragten Zeitarbeitnehmer/-innen machten in der Erhebung deutlich, dass sie selber den höchsten Lerngewinn in den Bereichen Verwaltung und Büro sowie im Metall- und Elektrobereich erzielten. Den geringsten Lerngewinn erfuhren sie dagegen im Gaststättengewerbe und Reinigungsbereich.

Vor allem im methodischen und sozialen Bereich werden Kompetenzen in der Zeitarbeit weiterentwickelt. 74 % der Befragten sehen einen wesentlichen Lerngewinn darin, sich schnell in neue Tätigkeiten einarbeiten zu können, sich in wechselnden Situationen zurecht zu finden (66 %), sich Neues anzueignen und einfacher auf Menschen zuzugehen (56 %). Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit Berufsausbildung profitierten von der Zeitarbeit am meisten, diejenigen mit geringer (zum Beispiel An- oder Ungelernte) oder hoher Qualifikation eher weniger.

Die Veröffentlichung dokumentiert zudem die Ergebnisse einer Ende 2005 durchgeführten BIBB-Fachtagung, an der Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft und Praxis teilgenommen haben. Nicht vergessen wird auch der Blick über die Landesgrenzen zu unseren Nachbarn Frankreich und Niederlande, wo das Thema Zeitarbeit quantitativ stärker verbreitet und gesellschaftlich anerkannter ist.

Quelle: prosoft newsletter

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Rente mit 67, was kommt noch auf uns zu?

Bundesarbeitsminister Müntefering schätzt die Einführung der Rente mit 67 nicht als letzte unangenehme Maßnahme aufgrund des demographischen Wandels unserer Gesellschaft ein.

Im Rahmen einer europäischen Gewerkschaftstagung äußerte sich Bundesarbeitsminister Müntefering zur Zukunft der Alterssicherungssysteme. Gerade Arbeitnehmer müssten sich aufgrund der schrumpfenden und älter werdenden Gesellschaft darauf einrichten, dass ein späterer Berufswechsel durchaus zukünftig zum Arbeitsleben dazugehören könnte. Seine Annahme basiert darauf, dass es unter Umständen Berufe gibt, die über einer Altersgrenze von 50 Jahren seitens eines Arbeitnehmers nicht mehr auszuführen sind. Auch wenn es unpopulär klingt, unterstrich Müntefering, so ist davon auszugehen, dass bereits im Jahre 2030 durchschnittlich die Menschen 20 Jahre lang Rente beziehen. In den 1960er Jahren waren es gerade einmal 10 Jahre. 2050 würden zudem mehr als 12 % der Menschen älter als 80 Jahre sein. Aktuell sind es angesichts dieser Zahl nur 2,5 %. Die entstehende volkswirtschaftliche Schädigung sei absehbar, auch aufgrund von Erkrankungen der Menschen. Er forderte die Gewerkschaften auf, sich wieder verstärkt um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu engagieren.    

Dies fokussierte er verstärkt auch auf den Dienstleistungsbereich. Die Zunahme von Haut-, Augen-, Rücken- und psychischen Krankheitsbildern geben Anlass zur Sorge. Auch der deutsche Industrie- und Handelskammertag setzt auf die Weiterbildung und Qualifizierung von älteren Arbeitnehmern. Auf diesem Wege könnten Betriebe dem Fachkräftemangel entgegenwirken, so DIHK Präsident Ludwig Georg Braun.

Quelle: tso/dpa

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Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit.

Lärm ist unerwünschter Hörschall, der zu Beeinträchtigungen oder zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Bei relativ niedrigen Schalldrücken sind die Beeinträchtigungen individuell sehr unterschiedlich. Es lassen sich deshalb nur bedingt Gesetzmäßigkeiten feststellen. Lärmschwerhörigkeit als gesundheitlicher Schaden ist die häufigste Berufskrankheit. Darüber hinaus kann Lärm dazu führen, dass Warnsignale oder -rufe nicht oder nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Damit steigt die Unfallgefahr.

Das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz hat auf einer aktuellen Seite alle arbeitsschutzrechtlich relevanten Informationen, Richtlinien, Gesetzen und weiterführenden Links zum Thema Lärm zusammengestellt.

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